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Ostfriesisches Wissen

RobbeBoßeln und klooten
Diese zwei Bräuche haben eine lange Tradition in Ostfriesland. Beides ist ein Volkssport, der mit einer Kugel ausgeübt wird. Die Klootschießer treiben die Kugel über einen gefrorenen Acker, die Boßeler benutzen schnurgerade Strassen, wie sie insbesondere entlang der Deiche zu finden sind. Ziel ist es, die Kugel so weit wie möglich voranzubringen. Die „Bahnen“ sind dabei bis zu 10 km lang. Ein gutes Essen und Schnaps gehören im Anschluss dazu.
In Ostfriesland gibt es sogar eine Oberliga der Boßeler und Klootschießer.
Für Touristen werden sogenannte Termine "Boßeln für Gäste" veranstaltet; Informationen hierzu sind den Tourismusbüros erhältlich.

Deiche
Die Deiche sollen das Land, das nur knapp über dem Meeresspiegel liegt, vor Sturmfluten schützen. Zur Vermeidung von Erosion durch Wind und Wasser und zur Erhöhung der Stabilität wird der Deich mit Gras bepflanzt. Damit dieses dicht wächst und kurz bleibt, werden die Deiche mit Schafen beweidet. Sie trampeln außerdem den Boden fest.

Essen
Frisch gefangen Fisch zu essen, ist natürlich ein Muß an der Küste. Ob Kutterscholle, Makrelen, Seezunge oder Garnelen, sie schmecken am besten mit Schwarzbrot und Butter – und vielleicht einem klaren Korn.
Im Winter ist auch Grünkohl mit Pinkel sehr beliebt. Pinkel ist eine Art Wurst, die in den Pinkeldarm des Rinds gestopft wurde.

Gezeiten
Das Auflaufen des Wassers wird als Flut bezeichnet, der Höchstand als Hochwasser, das Ablaufen als Ebbe und der Niedrigststand als Niedrigwasser. Der durchschnittliche Tidenhub an der Nordseeküste beträgt zwischen zwei und 2,5 Meter, ist jedoch in den Buchten und Flußmündungen größer. Für eine Tide rechnet man ca. 6Stunden 12 Minuten, sprich an einem Tag verschieben sich die Gezeiten um ca. 48 Minuten. Der Tidenkalender, der die Hoch- und Niedrigwasserzeiten aufführt, ist in den Kurverwaltungen bzw. Tourismusbüros erhältlich.

Krabbenkutter
Krabbenkutter sind auf den Fang von Nordseegarnelen (auch Krabben oder Granat genannt) spezialisiert. Sie sind bis zu 20m lang. Die Garnelen werden bereits an Bord im entnommenen Seewasser abgekocht. Das verleiht den Tieren ihr besonderes Aroma. Da der Beifang über Bord geworfen wird, werden Krabbenkutter meist von einer Schar Möwen verfolgt. Fangbeschränkungen der Nordseekrabben machen es für viele Krabbenfischer notwendig, sich ein Zubrot zu verdienen, zum Beispiel mit Touristenfahren oder Angeltouren.

Nationalpark Wattenmeer
Das ostfriesische Watt ist Teil eines großen Wattgürtels entlang der Nordseeküste von Holland bis Dänemark. Es ist die weltweit größte geschlossene Landschaft ihrer Art. Durch Ebbe und Flut ist eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt entstanden. Der bei Hochwasser angeschwemmte Schlick bringt eine reiche Mikrofauna für Würmer, Muscheln, Krebse, Schnecken und Fische mit. Bei Niedrigwasser finden somit auch See- und Strandvögel reiche Nahrung. Täglich suchen rund eine Million Vögel im Watt etwa 380 Tonnen Futter. Das Wattenmeer ist heute ein Nationalpark.

Reet
Das Reet ist ein rohrartiges Riedgras. Das Winterreet wird für Dachbedeckungen genutzt, die in Ostfriesland wieder immer beliebter werden. Sie sind sehr langlebig und halten 40-50 Jahre. Früher wurden die Dächer abschnittsweise (Pand = 1 Abschnitt) gedeckt, immer im Gegenwert einer Kuh, denn das Reet war teuer.

Tee
Ostfriesen sind die Teetrinker der Nation und feiern ihre "Tea time" mit einer ganz bestimmten Zeremonie: Zuerst kommen die Kluntjes, dicker weißer Kandiszucker, in die Tasse, auf diese wird der Tee gegossen und schließlich ein Löffel Teesahne mit mindestens 36 Prozent Fett in die Tasse gehoben. Umgerührt wird nicht, der Löffel dient lediglich dazu, dem Gastgeber nach einigen Tassen mitzuteilen, dass man keinen Tee mehr möchte, indem der Löffel in die Tasse gestellt wird. Tee-Seminare finden regelmäßig beim Teekontor Ostfriesland im "Sielhuus" in Neuharlingersiel und in Esens-Bensersiel statt.